Ausbildungsplan

Zum Begriff:

Hegemeister war im 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts in manchen Gegenden Deutschlands die Bezeichnung für Beamte, die mit dem Forst- und Jagdschutz betraut waren. Zeitweise wurde Hegemeister auch als Ehrentitel verliehen. In Österreich wird der Leiter eines Hegerings Hegemeister genannt.

1. Sinn:
Die Tätigkeiten des Jagdaufsehers haben sich in den letzten Jahren zu einem wichtigen Teil der Jagdausübung entwickelt. Hierauf wollen und müssen alle zum Jagdschutz berechtigten Personen professionell reagieren.

Zur Verbesserung der Qualifikation der Jagdaufseher bietet der BDJV eine Fortbildung zum Revierhegemeister an. Die Ausbildung bietet die Chance zu einer weitgehend bundeseinheitlichen Qualifizierung auf hohem Niveau.

2. Aufbau der Qualifizierung:
Der modular aufgebaute Lehrgang umfasst zehn Module, die als Fortbildungsveranstaltungen von den Mitgliedsverbänden des BDJV angeboten werden. hierbei haben sich die MItgliedsverbände des BDJV auf eine Rahmenausbildungsordnung geeinigt, die einen bundeseinheitlichen Mindeststandard gewährleistet.

Die einzelnen Fortbildungsveranstaltungen sind nicht nur zielgerichtet für die Qualifikation zum Revierhegemeister gedacht; die Teilnahme ist für Jedermann offen.

3. Zugangsvoraussetzungen:

  • Jagdpachtfähigkeit und Besitz eines gültigen Jagdscheines

  • Ausbildung zum Jagdaufseher entsprechend den Landesbedingungen abgeschlossen

  • Mitglied eines dem BDJV angeschlossenen Verbandes

  • Teilnahme an einem Lehrgang für Fangjagd

  • Teilnahme an einem Lehrgang für Wildbrethygiene

  • Besitz eines „Kettensägenscheines“ einer anerkannten Organisation (TÜV, Forst etc.)

4. Ausbildungs-Module:

5. Inhalt der Ausbildungs-Module:

 

a. Hege

  • Wildhege (Erhaltung eines artenreichen und gesunden Wildbestandes, art- und sachgemäße Bejagung)

  • Biotophege ( Schutz und Verbesserung der Lebensräume von Wildtieren; Land- u. Waldbau)

  • Schutz des Wildes (Artenschutz, Schutz vor Wildunfällen, Erkennen von und Schutz vor Wildkrankheiten, Jagdschutz)

 

b. Schießen / Waffen, Munition, Optik

  • Jagdliches Schießen; Schießen in der Bewegung ("Drückjagdschein")

  • Waffenrecht

  • Beherrschung der tierschutzgerechten Fangschuss- u. Abfangtechniken

  • Ein- u. Anschießen der Waffen

 

c. Jagdarten

  • Organisation und Durchführung von Bewegungsjagden auf Hoch-  u. Niederwild

  • Beherrschung der VSG 4.4 (UVV "Jagd")

  • Kenntnisse der Wasserjagd

  • Führung von Jagdgästen

 

d. Jagdliche Einrichtungen

  • Planung und Herstellung von jagdlichen Einrichtungen nach VSG 4.4

  • gesetzeskonforme Erstelllung von Fütterungseinrichtungen und Kirrungen

 

e. Wildbewirtschaftung

  • Wildfütterung

  • sachgerechte Bejagung und Verwertung des Wildes

  • Schutz vor Prädatoren

  • Wildvermarktung einsch. der gesetzlichen Vorschriften

  • Wildschäden erkennen, bewerten und vermeiden

  • Umgang mit Wldunfällen

 

f. Land- und Waldbau

  • Erstellung von Äsungs-, Ruhe- und Wildschutzflächen

 

g. Naturschutz / Umweltschutz

  • Kenntnisse der Umwelt-, Tier- u. Naturschutzvorschriften

  • Artenschutz

 

h. Öffentlichkeitsarbeit/Kommunikation

  • Öffentlichkeitsarbeit

  • Umgang mit der erholungssuchenden Bevölkerung

  • Konfliktschulung

  • Waldpädagogik

  • Rhetorik

 

i. Jagdhilfstiere

  • Jagdhundewesen: Nachsuche, Teilnahme an einem Schweißhundseminar, Kenntnisse der Baujagd, Hundekrankheiten, Erste Hlfe beim Hund

  • Grundkenntnisse des Frettierens

  • Grundkenntnisse der Beizjagd

 

j. Jagdrecht

  • Rechte und Pflichten des Jagdausübungsberechtigten, des Jagdpersonals und der Jagdgäste

  • Landesspezifische, jagdschutzrechtliche und verwaltungsrechtliche Vorschriften des jeweiligen Bundeslandes, in dem der Bewerber tätig ist oder tätig werden will.

 

k. Jagdliches Brauchtum; Kenntnisse der Jagdsignale, Strecke legen

 

l. Anschußseminar

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